PPL Theorie
Navigation

Funknavigation: VOR, NDB, DME und GNSS

Lektion 5 von 6, etwa 5 Minuten

Über diesigem, flachem Gelände sieht ein Wald aus wie der andere. Dann helfen Funknavigationsanlagen: Sie liefern Richtungen und Entfernungen unabhängig von der Bodensicht. Als VFR-Pilot nutzt du sie, um deinen Standort zu bestätigen, und meldest ihn zum Beispiel dem Fluginformationsdienst als Radial und DME-Entfernung.

VOR: Radiale und Kursablageanzeige

Das VOR sendet auf UKW (108,0–117,95 MHz). Aus seinem Signal bestimmt dein Empfänger, auf welchem Radial du dich befindest. Radiale sind missweisend und zählen von der Station nach außen: Auf dem Radial 090 stehst du östlich der Station, zur Station fliegst du (ohne Wind) mwK 270°. UKW breitet sich quasioptisch aus, die Reichweite hängt also von der Flughöhe ab: etwa 1,23 × √(Höhe in ft) NM, in 4000 ft rund 78 NM. Hinter Bergen bricht der Empfang ab.

Am Anzeigegerät stellst du mit dem Kurswähler (OBS) einen Kurs ein. Die Ablagenadel (CDI) zeigt, wie weit du davon entfernt bist: Bei der üblichen 5-Punkte-Skala entspricht ein Punkt etwa 2°, Vollausschlag etwa 10°. Die TO/FROM-Anzeige sagt, ob der eingestellte Kurs zur Station hin oder von ihr weg führt. Passt der eingestellte Kurs ungefähr zu deiner Flugrichtung, zeigt die Nadel zur Kurslinie – du korrigierst zur Nadel hin.

Die Q-Gruppen

AbkürzungBedeutungBezug
QDMKurs zur Stationmissweisend
QDRPeilung von der Station (entspricht dem Radial)missweisend
QUJKurs zur Stationrechtweisend
QTEPeilung von der Stationrechtweisend

QDM und QDR unterscheiden sich immer um 180°.

NDB und ADF

Ein NDB sendet auf Lang- und Mittelwelle (etwa 190–1750 kHz) ungerichtet. Die Nadel des ADF im Cockpit zeigt zur Station, gemessen von der Flugzeugnase aus: die Relativpeilung (RB). Den missweisenden Kurs zur Station erhältst du mit QDM = mwSK + RB; liegt das Ergebnis über 360°, ziehst du 360° ab. Lang- und Mittelwellen sind störanfällig: Dämmerungseffekt, Küsteneffekt, Gewitter und Gebirge können die Anzeige verfälschen.

DME und GNSS

Das DME arbeitet im UHF-Bereich (etwa 962–1213 MHz) und misst die Laufzeit eines Signals zur Bodenstation und zurück. Angezeigt wird die Schrägentfernung in NM, nicht die Entfernung über Grund. Weit weg von der Station ist der Unterschied klein. Direkt über ihr zeigt das DME ungefähr deine Höhe über der Anlage an, denn 6076 ft sind etwa 1 NM.

GNSS-Empfänger wie GPS berechnen die Position aus den Signallaufzeiten mehrerer Satelliten. Für eine dreidimensionale Position braucht der Empfänger mindestens 4 Satelliten: drei für die Koordinaten und einen weiteren, um den Fehler seiner eigenen, ungenauen Uhr herauszurechnen. Die Integritätsüberwachung RAIM, die fehlerhafte Signale erkennt, braucht mindestens 5.

Das Wichtigste

  • VOR: UKW (108,0–117,95 MHz), quasioptische Reichweite (Faustformel: 1,23 × √Flughöhe in ft = NM). Radiale sind missweisend und verlaufen von der Station weg (Radial = QDR).
  • VOR-Ablageanzeige (CDI) mit 5-Punkte-Skala: ca. 2° pro Punkt, Vollausschlag ca. 10°. Die TO/FROM-Anzeige zeigt, ob der eingestellte Kurs zur Station hin oder von ihr weg führt.
  • QDM = missweisender Kurs zur Station; QDR = missweisende Peilung von der Station (QDR = QDM ± 180°); QTE = rechtweisende Peilung von der Station; QUJ = rechtweisender Kurs zur Station.
  • NDB/ADF: Lang- und Mittelwelle (ca. 190–1750 kHz). QDM = mwSK + Relativpeilung (RB). Fehlerquellen u. a. Dämmerungseffekt, Küsteneffekt, Gewitter und Gebirge.
  • DME: UHF (ca. 962–1213 MHz), misst die Schrägentfernung (slant range) in NM – über der Station wird etwa die Höhe in NM angezeigt (6076 ft ≈ 1 NM).
  • GNSS/GPS: mindestens 4 Satelliten für eine 3D-Position (drei Koordinaten plus Uhrenfehler); die Integritätsüberwachung RAIM braucht mindestens 5.

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