PPL Theorie
Allgemeine Luftfahrzeugkunde

Fahrtmesser, Höhenmesser und Variometer

Lektion 4 von 5, etwa 5 Minuten

Fahrtmesser, Höhenmesser und Variometer zeigen auch dann etwas an, wenn sie falsch messen. Eine vergessene Staurohrabdeckung oder eine vereiste statische Öffnung erzeugt plausible, aber falsche Werte. Wer versteht, woher die Instrumente ihre Drücke beziehen, erkennt solche Fehler – und weiß, warum der Höhenmesser nach einem Wetterwechsel nicht mehr stimmt.

Zwei Drücke, drei Instrumente

Das Pitotrohr (Staurohr) zeigt nach vorn in den Fahrtwind und misst den Gesamtdruck: statischer Luftdruck plus Staudruck aus der Bewegung. Die statische Druckabnahme an der Rumpfseite misst nur den statischen Druck der umgebenden Luft.

InstrumentAngeschlossen anPrinzip
FahrtmesserGesamtdruck und statischen DruckGesamtdruck − statischer Druck = Staudruck → IAS
Höhenmessernur statischen DruckAneroiddose dehnt sich bei sinkendem Druck aus
Variometernur statischen DruckAusgleichsgefäß mit Kapillare misst die Druckänderung, leicht verzögert
AnströmungGesamtdruckStaurohrstatischeDruckabnahmestatischer DruckFahrtmesserHöhenmesserVariometer
Achte darauf, dass nur der Fahrtmesser am Staurohr hängt, während alle drei Instrumente an der statischen Druckabnahme angeschlossen sind.

Wenn Öffnungen verstopfen

Ist die statische Öffnung verstopft, bleibt im System der Druck der Höhe eingeschlossen, in der es passiert ist. Der Höhenmesser bleibt stehen, das Variometer zeigt 0. Der Fahrtmesser rechnet mit dem falschen statischen Druck: Im Sinkflug steigt der echte Außendruck und damit der Gesamtdruck, der eingeschlossene statische Druck bleibt niedrig. Die Differenz wird zu groß, der Fahrtmesser zeigt zu viel an – du bist langsamer als angezeigt. Im Steigflug zeigt er zu wenig an.

Ist das Pitotrohr verstopft, aber die kleine Entwässerungsöffnung (Drain) frei, entweicht der Gesamtdruck, und der Fahrtmesser fällt auf 0. Sind Pitotrohr und Drain verstopft, bleibt der Gesamtdruck eingeschlossen. Der Fahrtmesser verhält sich dann wie ein Höhenmesser: Im Steigflug sinkt der statische Druck, die Differenz wächst, die Anzeige steigt – auch wenn du in Wahrheit langsamer wirst.

Farbmarkierungen am Fahrtmesser

MarkierungBereichBedeutung
weißer BogenVS0 bis VFELandeklappen dürfen ausgefahren sein
grüner BogenVS1 bis VNOnormaler Betriebsbereich
gelber BogenVNO bis VNEVorsichtsbereich, nur bei ruhiger Luft
rote LinieVNEHöchstgeschwindigkeit, nie überschreiten

Höhenmessereinstellung

Mit QNH zeigt der Höhenmesser die Höhe über dem mittleren Meeresspiegel (MSL), mit QFE die Höhe über dem Flugplatz, mit 1013,25 hPa die Druckhöhe, auf der die Flugflächen beruhen. In Bodennähe entspricht 1 hPa etwa 30 ft. Fliegst du in ein Gebiet mit tieferem Luftdruck, ohne nachzustellen, zeigt der Höhenmesser zu viel an. Dasselbe passiert in kälterer Luft.

Das Wichtigste

  • Fahrtmesser: Gesamtdruck minus statischer Druck = Staudruck → angezeigte Fluggeschwindigkeit (IAS).
  • Höhenmesser (Aneroiddose) und Variometer (Ausgleichsgefäß mit Kapillare) nutzen nur den statischen Druck; das Variometer zeigt mit kurzer Verzögerung an.
  • Statische Öffnung verstopft: Höhenmesser bleibt stehen, Variometer zeigt 0, Fahrtmesser zeigt im Steigflug zu wenig und im Sinkflug zu viel an.
  • Pitotrohr verstopft, Drain offen: Fahrtmesser fällt auf 0. Pitotrohr und Drain verstopft: Fahrtmesser reagiert wie ein Höhenmesser (zeigt im Steigflug mehr an).
  • Farbmarkierungen: weißer Bogen VS0–VFE (Klappenbereich), grüner Bogen VS1–VNO (Normalbereich), gelber Bogen VNO–VNE (nur bei ruhiger Luft), rote Linie VNE.
  • Höhenmessereinstellung: QNH → Höhe über MSL; QFE → Höhe über dem Platz; 1013,25 hPa → Druckhöhe bzw. Flugfläche. In Bodennähe gilt 1 hPa ≈ 30 ft.
  • „Vom Hoch ins Tief geht's schief“: Fliegt man in tieferen Luftdruck oder in kältere Luft, ohne nachzustellen, zeigt der Höhenmesser zu viel an – man ist tiefer als angezeigt.

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