PPL Theorie
Flugleistung und Flugplanung

Steig- und Reiseflugleistung

Lektion 3 von 5, etwa 4 Minuten

Nach dem Start von einem kurzen Platz stehen am Pistenende hohe Bäume – jetzt willst du so steil wie möglich steigen. Auf dem Überlandflug willst du dagegen schnell auf Reiseflughöhe und mit dem Kraftstoff möglichst weit kommen. Für jede dieser Aufgaben gibt es die passende Geschwindigkeit. Die Zahlen stehen im Flughandbuch, die Zusammenhänge dahinter erklärt diese Lektion.

Steigen braucht Überschuss

Ein Flugzeug steigt nur, wenn der Antrieb mehr hergibt, als für den Horizontalflug nötig ist. Wie steil es steigt, hängt vom Schubüberschuss ab (Schub minus Widerstand). Wie schnell es Höhe gewinnt, hängt vom Leistungsüberschuss ab (verfügbare minus benötigte Leistung). Beide Maxima liegen bei verschiedenen Geschwindigkeiten:

MerkmalVxVy
NameGeschwindigkeit des besten SteigwinkelsGeschwindigkeit der besten Steigrate
OptimiertHöhengewinn pro StreckeHöhengewinn pro Zeit
EinsatzHindernis nach dem Startzügig auf Reiseflughöhe
Größekleinergrößer

Mehr Masse erhöht die benötigte Leistung, eine größere Dichtehöhe senkt die Leistung eines Saugmotors. Beides frisst den Überschuss auf, die Steigleistung nimmt ab. Mit zunehmender Höhe nähern sich Vx und Vy (als IAS) einander an. Wo die maximale Steigrate nur noch 100 ft/min beträgt, liegt die Dienstgipfelhöhe. Wo sie auf 0 ft/min sinkt, liegt die absolute Gipfelhöhe – dort sind Vx und Vy gleich, und Steigen ist nicht mehr möglich.

Den Steigflug planen

Die Steigzeit ergibt sich aus Höhendifferenz und mittlerer Steigrate, die Steigstrecke aus Grundgeschwindigkeit und Steigzeit. Weil die Steigrate mit der Höhe abnimmt, rechnest du mit einem Mittelwert, etwa aus dem Flughandbuch.

Reiseflug: Reichweite oder Flugdauer?

Für die größte Reichweite fliegst du ein Propellerflugzeug etwa mit der Geschwindigkeit des besten Gleitens. Dort ist der Widerstand am kleinsten und damit der Kraftstoff pro Seemeile am geringsten. Bei Gegenwind fliegst du etwas schneller, damit du dem Wind kürzer ausgesetzt bist. Für die größte Flugdauer fliegst du langsamer, bei der Geschwindigkeit mit dem geringsten Leistungsbedarf. Dort ist der Verbrauch pro Stunde am kleinsten – nützlich etwa, wenn du auf Wetterbesserung am Ziel warten musst. Im Alltag fliegt man meist schneller als beides und tauscht Wirtschaftlichkeit gegen Zeit.

Das Wichtigste

  • Vx = Geschwindigkeit des besten Steigwinkels (größter Höhengewinn pro Strecke, z. B. für Hindernisse); Vy = Geschwindigkeit der besten Steigrate (größter Höhengewinn pro Zeit). Vx ist kleiner als Vy.
  • Mit zunehmender Höhe nähern sich Vx und Vy (als IAS) an; in der absoluten Gipfelhöhe sind sie gleich.
  • Dienstgipfelhöhe: maximale Steigrate nur noch 100 ft/min. Absolute Gipfelhöhe: Steigrate 0 ft/min.
  • Saugmotoren verlieren mit zunehmender Dichtehöhe Leistung – die Steigleistung nimmt ab.
  • Größte Reichweite (Propellerflugzeug): etwa bei der Geschwindigkeit des besten Gleitens, bei Gegenwind etwas schneller. Größte Flugdauer: langsamer, beim geringsten Leistungsbedarf.
  • Steigzeit = Höhendifferenz ÷ Steigrate; Steigstrecke = GS × Steigzeit.

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