PPL Theorie
Betriebsverfahren

Notlandung und Notwasserung

Lektion 3 von 5, etwa 4 Minuten

Der Motor wird still. Ab jetzt ist dein Flugzeug ein Segler mit eher schlechter Gleitzahl, und je nach Höhe bleiben dir nur wenige Minuten. Was du in den ersten Sekunden tust, entscheidet viel. Deshalb übst du Notlandungen immer wieder – damit die Reihenfolge sitzt, wenn der Kopf voll ist.

Erst fliegen, dann navigieren, dann funken

  • Fahrt: sofort die Geschwindigkeit des besten Gleitens einnehmen und austrimmen. Sie bringt die größte Strecke – und damit die meisten Felder zur Auswahl und die meiste Zeit.
  • Feld wählen: früh entscheiden und dabei bleiben.
  • Ursache suchen nach Checkliste, z. B. Kraftstoffwahlschalter, Vergaservorwärmung, Gemisch, Zündung. Manchmal läuft der Motor danach wieder.
  • Notruf: MAYDAY auf der aktuellen Frequenz, Transponder 7700.

Das richtige Feld

Ideal ist ein langes, ebenes Feld mit niedrigem Bewuchs, etwa ein abgeerntetes Stoppelfeld, mit Landung gegen den Wind und hindernisfreiem Anflug. Gegen den Wind ist die Geschwindigkeit über Grund am kleinsten, die Landestrecke also am kürzesten. Meide Straßen (Masten, Leitungen, Verkehr), Stromleitungen, hohen Bewuchs wie Mais sowie Hänge und Furchen quer zur Landerichtung – sie können das Flugzeug abrupt abbremsen oder überschlagen lassen. Fällt der Motor kurz nach dem Start aus, landest du im Wesentlichen geradeaus; eine Umkehrkurve in geringer Höhe endet leicht im Strömungsabriss.

Kurz vor dem Aufsetzen

Steht fest, dass du das Feld erreichst, senkst du die Brandgefahr und sicherst den Ausstieg. Maßgeblich ist das Flughandbuch; typisch ist:

  • Kraftstoff zu, Zündung aus,
  • Hauptschalter aus – bei elektrischen Klappen erst, wenn die Klappen gesetzt sind,
  • Türen entriegeln, damit sie sich bei verformtem Rumpf nicht verklemmen,
  • Gurte fest anziehen.

Eine Sicherheitslandung ist eine vorsorgliche Landung mit noch laufendem Motor, etwa bei schlechter werdendem Wetter oder knappem Kraftstoff. Weil du noch Leistung hast, überfliegst du das Feld vorher und prüfst Hindernisse, Oberfläche und Wind.

Notwasserung

Fliegt ein einmotoriges Landflugzeug über Wasser weiter hinaus, als es im Gleitflug bis zum Land käme, braucht jede Person an Bord eine Rettungsweste (NCO.IDE.A.175). Die Weste legst du vor dem Flug an, bläst sie aber erst außerhalb des Flugzeugs auf: In der Kabine aufgeblasen, behindert sie das Aussteigen und kann dich in einer sinkenden Kabine gegen das Dach drücken. Ein Notsender (ELT) hilft bei der Suche: Er sendet auf 406 MHz für die Ortung per Satellit und auf 121,5 MHz für die Peilung im Nahbereich.

Das Wichtigste

  • Reihenfolge: Aviate – Navigate – Communicate (fliegen, Feld wählen, dann funken).
  • Sofort die Geschwindigkeit des besten Gleitens einnehmen und austrimmen.
  • Landefeld: lang, eben, niedriger Bewuchs, Landung gegen den Wind, hindernisfreier Anflug; Stromleitungen und Straßen meiden.
  • Vor dem Aufsetzen (laut Flughandbuch): Kraftstoff zu, Zündung aus, Hauptschalter aus (bei elektrischen Klappen erst nach dem Setzen), Türen entriegeln, Gurte fest.
  • Sicherheitslandung mit laufendem Motor: Feld vorher im Überflug prüfen.
  • Rettungswesten vor dem Flug anlegen, aber erst außerhalb des Flugzeugs aufblasen.
  • Einmotorige Landflugzeuge brauchen Rettungswesten für alle an Bord, wenn sie über Wasser außerhalb der Gleitreichweite zum Land fliegen (NCO.IDE.A.175).

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