Wind, Luftmassen & Fronten
Lektion 4 von 6, etwa 4 Minuten
Der Wind bestimmt, welche Piste in Betrieb ist, wie stark du vorhalten musst und wie lange der Flug dauert. Fronten bringen ganze Wetterabfolgen mit sich. Wer weiß, was nach dem ersten Cirrus am Himmel folgt, kann einen Flug rechtzeitig planen, verschieben oder abbrechen.
Wie Wind entsteht
Luft strömt vom hohen zum tiefen Druck. Durch die Erdrotation wird sie auf der Nordhalbkugel nach rechts abgelenkt (Corioliskraft). Oberhalb der bodennahen Reibungsschicht stellt sich ein Gleichgewicht ein: Der Wind weht etwa parallel zu den Isobaren (geostrophischer Wind), um Tiefs gegen den Uhrzeigersinn, um Hochs im Uhrzeigersinn. Je enger die Isobaren liegen, desto stärker ist der Wind.
Daraus folgt das barische Windgesetz: Stehst du auf der Nordhalbkugel mit dem Rücken zum Wind, liegt das Tief links. In Bodennähe liegt es zusätzlich etwas nach vorn versetzt, weil der Wind dort schräg ins Tief hineinweht.
Reibung: Der Wind am Boden ist anders
Der Boden bremst den Wind. Weil die Corioliskraft von der Geschwindigkeit abhängt, wird sie ebenfalls kleiner und kann den Wind nicht mehr parallel zu den Isobaren halten – er wird zum tiefen Druck hin abgelenkt. Beim Steigen nimmt der Wind deshalb meist zu und dreht nach rechts, beim Sinken nimmt er ab und dreht nach links.
An Küsten entsteht ein lokales Windsystem: Tagsüber erwärmt sich das Land schneller als das Wasser, über Land steigt Luft auf, und vom Meer strömt kühlere Luft nach (Seewind). Nachts kehrt sich das zum meist schwächeren Landwind um.
Luftmassen und Fronten
Eine Luftmasse ist ein großer Luftkörper mit ähnlicher Temperatur und Feuchte, geprägt von ihrem Ursprungsgebiet. Treffen zwei Luftmassen aufeinander, entsteht an ihrer Grenze eine Front.
| Merkmal | Warmfront | Kaltfront |
|---|---|---|
| Vorgang | Warmluft gleitet flach auf die Kaltluft auf | Kaltluft schiebt sich unter die Warmluft und hebt sie steil an |
| Wolken | Ci – Cs – As – Ns | Cu und Cb |
| Niederschlag | breites Band mit anhaltendem Regen vor der Front | Schauer, Gewitter und Böen auf schmalem Streifen |
| Nach dem Durchzug | wärmer | kälter, Druck steigt, Wind dreht nach rechts, gute Sicht mit einzelnen Schauern |
Kaltfronten ziehen meist schneller als Warmfronten. Holt die Kaltfront die Warmfront ein, entsteht eine Okklusion: Die Warmluft wird vom Boden abgehoben.
Das Wichtigste
- Auf der Nordhalbkugel umströmt der Wind Tiefs gegen den Uhrzeigersinn und Hochs im Uhrzeigersinn.
- Oberhalb der Reibungsschicht weht der Wind etwa parallel zu den Isobaren (geostrophischer Wind); eng liegende Isobaren bedeuten starken Wind.
- In Bodennähe bremst die Reibung den Wind und lenkt ihn zum tiefen Druck hin ab. Beim Steigen nimmt der Wind daher meist zu und dreht nach rechts, beim Sinken nimmt er ab und dreht nach links.
- Windrichtung in METAR und TAF: rechtweisend. Vom Turm bzw. ATIS für Start und Landung: missweisend. Angegeben wird immer, woher der Wind weht.
- Warmfront: Wolkenfolge Ci – Cs – As – Ns, breites Gebiet mit anhaltendem Niederschlag vor der Front; danach wird es wärmer.
- Kaltfront: Cb, Schauer, Gewitter und Böen auf schmalem Streifen; danach steigt der Druck, es wird kälter, der Wind dreht nach rechts und die Sicht wird gut (Rückseitenwetter mit Schauern).
- Okklusion: Die schnellere Kaltfront holt die Warmfront ein, die Warmluft wird vom Boden abgehoben.
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