PPL Theorie
Menschliches Leistungsvermögen

Gesundheit, Alkohol, Medikamente & Tauchen

Lektion 4 von 5, etwa 3 Minuten

Samstagmorgen, schönstes Flugwetter. Gestern Abend gab es ein paar Gläser Wein, die Nase ist verstopft, und gegen den Heuschnupfen hast du eine Tablette genommen. Darfst du fliegen? Die Antwort musst du dir selbst geben – das Medical ist keine Garantie für jeden einzelnen Tag.

Du bist selbst verantwortlich

Nach MED.A.020 darfst du deine Rechte nicht ausüben, wenn du eine Verschlechterung deiner Tauglichkeit bemerkst, die das sichere Fliegen beeinträchtigen kann, oder wenn du Medikamente nimmst, die das sichere Fliegen beeinträchtigen können – ausdrücklich auch frei verkäufliche. Viele Mittel gegen Heuschnupfen oder Erkältung machen müde und verlangsamen die Reaktion. Ob ein Medikament mit dem Fliegen vereinbar ist, klärst du mit dem Fliegerarzt (AME).

Alkohol

Der Körper baut Alkohol mit etwa 0,1 ‰ pro Stunde ab, gleichmäßig und unbeeinflussbar: Kaffee, Schlaf, eine kalte Dusche oder Sport beschleunigen nichts. Alkohol verstärkt außerdem die Wirkung von Sauerstoffmangel und begünstigt räumliche Desorientierung.

Druckänderungen: Ohren und Tauchen

Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Raum, der über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) mit dem Rachen verbunden ist. Im Steigflug dehnt sich die Luft im Mittelohr aus und entweicht meist von selbst. Im Sinkflug muss dagegen Luft hinein, und das klappt weniger leicht. Ist die Ohrtrompete durch eine Erkältung zugeschwollen, misslingt der Druckausgleich: Das Trommelfell wird nach innen gedrückt, es schmerzt, und es kann zu einem Barotrauma bis hin zum Trommelfellriss kommen. Helfen können Schlucken, Gähnen, das Valsalva-Manöver (Nase zuhalten, Mund schließen, sanft pressen) und ein flacher Sinkflug. Besser ist: mit Erkältung gar nicht fliegen.

Beim Tauchen mit Druckluft nimmt der Körper unter dem hohen Wasserdruck zusätzlichen Stickstoff ins Gewebe auf. Fliegst du kurz danach, sinkt der Umgebungsdruck sogar unter den Druck an der Wasseroberfläche. Der gelöste Stickstoff kann dann Gasblasen bilden wie Kohlensäure in einer frisch geöffneten Flasche – die Dekompressionskrankheit. Halte deshalb nach dem Tauchen eine ausreichende Wartezeit ein. Häufig genannte Richtwerte sind mindestens 12 Stunden nach Tauchgängen ohne Dekompressionsstopps und mindestens 24 Stunden nach Tauchgängen mit Dekompressionsstopps.

Das Wichtigste

  • MED.A.020: Keine Rechte ausüben, wenn man eine Verschlechterung der Tauglichkeit bemerkt oder Medikamente (auch frei verkäufliche) nimmt, die die sichere Ausübung beeinträchtigen können.
  • Alkohol wird mit etwa 0,1 ‰ pro Stunde abgebaut – Kaffee, Schlaf oder Sport beschleunigen das nicht. Alkohol verstärkt die Wirkung von Sauerstoffmangel und begünstigt Desorientierung.
  • Erkältung: Die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) kann zuschwellen, der Druckausgleich im Mittelohr misslingt. Schmerzen und Barotrauma vor allem im Sinkflug.
  • Druckausgleich durch Schlucken, Gähnen oder Valsalva-Manöver (Nase zuhalten, sanft pressen).
  • Nach dem Tauchen mit Druckluft kann gelöster Stickstoff bei sinkendem Umgebungsdruck Gasblasen bilden (Dekompressionskrankheit) – vor dem Flug eine ausreichende Wartezeit einhalten.
  • Selbstcheck vor jedem Flug, z. B. IMSAFE: Illness, Medication, Stress, Alcohol, Fatigue, Eating/Emotion.

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