Part-NCO: Allgemeine Betriebsregeln
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Sobald du deine Lizenz hast, sagt dir bei einem Privatflug niemand mehr, ob du losfliegen darfst. Part-NCO legt deshalb fest, wofür du als verantwortliche:r Pilot:in (PIC) sorgen musst. NCO steht für „non-commercial operations with other-than-complex motor-powered aircraft“, also den nichtgewerblichen Betrieb mit nicht komplexen motorgetriebenen Luftfahrzeugen – genau das, was du mit der PPL(A) tust.
Der PIC trägt die Verantwortung
Du bist für die Sicherheit des Flugs und aller Personen an Bord verantwortlich. Dazu gehört das Wetter: Einen VFR-Flug darfst du nur beginnen oder fortsetzen, wenn die aktuellen Wetterinformationen VFR-Bedingungen auf der Strecke und am Ziel zur erwarteten Zeit erwarten lassen. Vor dem Flug unterrichtest du deine Fluggäste über Notausrüstung und Notverfahren: wie Gurte und Türen funktionieren, wo der Feuerlöscher ist und, bei Flügen über Wasser, wie man die Rettungsweste anlegt.
Kraftstoff: bis zum Ziel – und dann noch mehr
Die Reserve ist dein Puffer für alles, was anders läuft als geplant: stärkerer Gegenwind, ein Umweg ums Wetter, ein Ausweichplatz. NCO.OP.125 verlangt Kraftstoff bis zum Ziel plus eine geschützte Endreserve, die nach der Landung noch im Tank sein muss. Die Standardwerte für Flugzeuge nach VFR stehen in AMC1 NCO.OP.125(b):
| Art des Flugs | Kraftstoff mindestens |
|---|---|
| am Tag, Start und Landung am selben Platz, stets in Sichtweite des Platzes | geplanter Flug + 10 Minuten |
| am Tag zu einem anderen Flugplatz | bis zum Ziel + 30 Minuten |
| bei Nacht | bis zum Ziel + 45 Minuten |
Gerechnet wird die Endreserve bei Haltegeschwindigkeit in 1500 ft über dem Ziel, beim lokalen Flug mit maximaler Dauerreiseleistung. Rechnest du sie vereinfacht mit dem Reiseverbrauch, liegst du auf der sicheren Seite. Ältere Unterlagen schreiben noch „in normaler Reiseflughöhe“; das war der Wortlaut bis Oktober 2022. Wettervorhersage, mögliche Verzögerungen und alles, was die Landung hinauszögern könnte, planst du zusätzlich ein.
Was mit Fluggästen tabu ist
- Keine simulierten Notfälle: Mit Fluggästen oder Fracht an Bord simulierst du weder Situationen, die anormale oder Notverfahren erfordern (z. B. einen Motorausfall), noch Instrumentenflugbedingungen (NCO.OP.180). Solche Übungen gehören in Flüge ohne Passagiere.
- Kein Betanken mit AVGAS, während Fluggäste ein- oder aussteigen oder an Bord sind. Benzindämpfe entzünden sich leicht, und wer in der Kabine sitzt, käme bei einem Brand nicht schnell genug heraus.
Sauerstoff
Mit zunehmender Höhe sinkt der Sauerstoffpartialdruck. Sauerstoffmangel (Hypoxie) kommt schleichend und trübt zuerst Urteilsvermögen und Selbstkritik – du merkst ihn selbst kaum. Nach NCO.OP.190 nutzt die Flugbesatzung deshalb zusätzlichen Sauerstoff, wenn die Kabinendruckhöhe länger als 30 Minuten über 10 000 ft liegt, und immer oberhalb von 13 000 ft. Kannst du nicht einschätzen, wie sich Sauerstoffmangel auf deine Fluggäste auswirkt, gelten dieselben Grenzen auch für sie.
Das Wichtigste
- Kraftstoff: bis zum Zielflugplatz plus geschützte Endreserve (NCO.OP.125). Standardwerte nach AMC1 NCO.OP.125(b): VFR am Tag 30 Minuten, bei Nacht 45 Minuten, jeweils bei Haltegeschwindigkeit in 1500 ft über dem Ziel.
- Lokale Tagflüge mit Start und Landung am selben Platz, stets in Sichtweite des Platzes: geplanter Flug plus mindestens 10 Minuten.
- Sauerstoff für die Flugbesatzung: bei Kabinendruckhöhe über 10 000 ft für mehr als 30 Minuten sowie immer über 13 000 ft (NCO.OP.190).
- Mit Fluggästen oder Fracht keine simulierten Notverfahren und keine simulierten Instrumentenflugbedingungen (NCO.OP.180).
- Kein Betanken mit AVGAS, während Fluggäste ein- oder aussteigen oder an Bord sind.
- Fluggäste vor dem Flug über Notausrüstung und Notverfahren unterrichten (NCO.OP.130).
- Ein VFR-Flug darf nur beginnen, wenn die aktuellen Wetterinformationen VFR-Bedingungen auf der Strecke und am Ziel zur erwarteten Zeit erwarten lassen.
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